Lips Tullian und Schloss Nossen

Eine der größten Räuberbanden in Sachsen war die "Schwarze Garde" von Lips Tullian, die Anfang des 18. Jahrhunderts ihr Unwesen trieb. Der Name "Lips Tullian" war ein Pseudonym, sein richtiger Name konnte nicht ermittelt werden. Er wurde 1711 in Freiberg gestellt. Nach und nach konnten auch 60 weitere aktenkundige Räuber der "Schwarzen Garde" verhaftet werden. 1715 begann die Bestrafung der Bande mit der Hinrichtung Tullians und weiterer vier Haupträuber auf der Richtstätte in Dresden. Einem zeitgenössischen Bericht nach verfolgten 20000 Menschen das "Schauspiel".

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Lips Tullian selbst war nie auf Schloss Nossen. Trotzdem wird der Südturm des Schlosses gemeinhin als "Lips-Tullian-Turm" bezeichnet. In diesem Turm befindet sich ein Kerkerloch, in dem Gefangene eingekerkert und verwahrt wurden. Einer der hingerichteten Räuber der "Schwarzen Garde" war Christian Eckoldt. Am 18. Oktober 1712 wurde er auf dem Jahrmarkt in Rosswein erneut beim Diebstahl ertappt, verhaftet und in das zuständige Amt nach Nossen gebracht. Hier kam er in besagtes Verließ des Amtsgerichtsgefängnisses im Südturm des Westflügels. Wie lange Eckoldt hier eingesperrt war, ist nicht belegt.

Das Urteil der "Kurfürstlich Sächsischen Schöppen zu Leipzig" lautete, dass er "mit dem Schwert vom Leben zum Tode gerichtet und gestraft, der Körper nach vollstreckter Exekution anderen zur Abscheu auf ein Rad gelegt und geflochten werden soll".